Ewigkeitschemikalien jetzt verbieten!
An die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Staats- und Regierungschef*innen der EU.
Appell
An die Europäische Kommission:
Wir fordern Sie auf, die Gesundheit der Menschen zu schützen, indem Sie die europäischen Vorschriften für giftige „Ewigkeitschemikalien“ verschärfen und nicht abschwächen.
Derzeit erwägen Sie Änderungen, die einen Rückschritt bei den grundlegenden Schutzmaßnahmen gegen PFAS-Kontamination bedeuten. Wir fordern Sie dringend auf, alle Vorschläge abzulehnen, die die geplante schrittweise Abschaffung von PFAS verzögern oder verwässern. Stattdessen bitten wir Sie, möglichst strenge Beschränkungen vorzuschlagen, auch für industrielle Anwendungen, die für den Großteil der PFAS-Verschmutzung verantwortlich sind.
In ganz Europa zeigen Regierungen bereits, dass ehrgeizige Maßnahmen möglich sind. Frankreich verbietet PFAS schrittweise in Kosmetika, Textilien und Konsumgütern. Dänemark hat PFAS in Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschaum und Pestiziden verboten. Schweden erkennt hohe PFAS-Werte im Blut als Personenschaden an. Europa sollte dieses Schutzniveau erreichen und sogar übertreffen.
Jede Verzögerung bedeutet, dass mehr giftige Chemikalien in unser Wasser, unsere Lebensmittel und unseren Körper gelangen – eine Kontamination, die Generationen überdauert.
Wir fordern Sie dringend auf, jetzt zu handeln und ein vollständiges PFAS-Verbot zu erlassen, das die Gesundheit der Menschen über den Profit der Industrie stellt.
Warum das wichtig ist
Nichts hält ewig. Außer giftigen, künstlich hergestellten PFAS-Chemikalien. [1]
Jeden Tag sind wir diesen „Ewigkeitschemikalien” ausgesetzt – in Lebensmittelverpackungen, Bratpfannen, Regenmänteln und vielem mehr. Kein Wunder, dass 99% der Europäer*innen giftige Chemikalien im Blut haben. [2]
Sie schwächen unser Immunsystem, stören den Hormonhaushalt und sind potenziell krebserregend. [3] Ganze Gemeinden in Europa können kein Leitungswasser trinken, weil es zu stark kontaminiert ist. [4]
Hier ist die gute Nachricht: Wir haben endlich eine echte Chance, diese Chemikalien in ganz Europa zu verbieten. Der Druck von Ländern wie Frankreich, Dänemark und Schweden hat den Weg für ein historisches Verbot geebnet. [5]
Doch Chemieriesen wie BASF, DuPont und Bayer-Monsanto wehren sich mit aller Macht. Weltweit hat die Industrie über 100 Millionen Euro für Lobbyarbeit und Einflussnahme auf Gesetze ausgegeben, um Beschränkungen für PFAS zu verzögern. [6]
Jetzt müssen wir uns hinter die Länder stellen, die für dieses Verbot kämpfen, und dafür sorgen, dass wir lauter sind als die Konzerne. Zeigen wir den Politiker*innen, dass die Menschen in ganz Europa eine Zukunft ohne giftige Chemikalien wollen.
Referenzen:
- https://www.theguardian.com/environment/article/2024/may/25/what-are-pfas-everything-you-need-to-know-about-the-forever-chemicals-surrounding-us-every-day
- https://chemsec.org/wrappedinchemicals/facts/pfas-fact-1/
- https://eeb.org/work-areas/industry-health/pfas/; https://www.lemonde.fr/en/les-decodeurs/article/2023/02/23/revealed-the-massive-contamination-of-europe-by-pfas-forever-chemicals_6016906_8.html
- https://www.lemonde.fr/en/environment/article/2025/12/04/pfas-france-s-tap-water-is-widely-polluted-with-tfa-the-most-common-forever-chemical_6748144_114.html; https://www.anses.fr/en/content/pfas-results-national-measurement-campaign-drinking-water
- https://cen.acs.org/environment/persistent-pollutants/France-adopts-ban-PFAS-consumer/103/web/2025/02; https://foedevarestyrelsen.dk/nyheder/pressemeddelelser/2025/maj/dansk-forbud-mod-pfas-i-pizzabakker-og-engangsemballage-virker?; https://www.sgs.com/en-us/news/2024/02/safeguards-2924-denmark-bans-pfas-in-firefighting-foams/; https://www.domstol.se/en/supreme-court/news-archive/the-supreme-court-delivers-judgment-in-pfas-case/
- https://www.foodandwaterwatch.org/2023/11/07/new-report-pfas-industry-spent-more-than-110-million-on-lobbying-since-2019/