Kein Gift in unserem Kaffee!
An Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, und Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, sowie an den Europäischen Kaffeeverband und die Verbände der Kaffeehändler
Appell
Kaffee gehört zu den am wenigsten getesteten Importgütern, obwohl es nachweislich hohe Pestizidbelastungen gibt. Verbraucher und Verbraucherinnen haben ein Recht zu erfahren, was in ihrer Tasse landet, und wir werden keine Rückstände giftiger Substanzen in unserem Kaffee akzeptieren. Deshalb fordern wir Sie auf:
- Verlangen Sie routinemäßige Tests aller importierten Kaffeesorten, sowohl von Rohkaffee als auch von geröstetem Kaffee.
- Verlangen Sie die Offenlegung aller nachgewiesenen Rückstände, einschließlich „Cocktail-Effekte“ durch mehrere Rückstände.
- Passen Sie die Einfuhrvorschriften an die Ausfuhrvorschriften an: Wenn die Verwendung eines Pestizids verboten ist, sollte es auch nicht als Rückstand toleriert werden.
- Fordern Sie die Europäische Kaffeeföderation und die Kaffeehändlerverbände auf, die Verwendung von in der EU verbotenen Pestiziden nicht länger zu unterstützen oder zu verteidigen und von ihren Mitgliedern und Lieferanten zu verlangen, deren Einsatz einzustellen.
Warum das wichtig ist
Für Millionen Menschen in Europa ist Kaffee ein tägliches Ritual. Ein Moment, um wach zu werden, eine Pause einzulegen oder sich mit Freund*innen zu treffen. Deshalb hat mich das besonders schockiert: Unser Kaffee wird vergiftet.
Jede fünfte Tasse Kaffee, die in Europa verkauft wird, enthält giftige Pestizide. Oft ist es nicht nur ein einziges Pestizid, sondern ein Cocktail aus Chemikalien – darunter auch solche, die in Europa bereits verboten sind, weil sie mit Krebs, Geburtsschäden, neurologischen Schäden und der Zerstörung der Natur in Verbindung gebracht werden. [1]
Wie ist das möglich? Es gibt eine Gesetzeslücke: Europäische Unternehmen dürfen diese Gifte herstellen und in Länder exportieren, in denen unser Kaffee angebaut wird. [2]
Landwirt*innen, Landarbeiter*innen und die umliegenden Anwohner*innen sind Chemikalien ausgesetzt, die Europa als zu gefährlich für uns eingestuft hat. Wasserquellen werden verschmutzt. Die Tierwelt leidet. Ganze Ökosysteme sind gefährdet.
Und das Gift bleibt nicht dort. Es gelangt über den Kaffee, den wir täglich trinken, zurück nach Europa.
Der Europäische Kaffeeverband trifft sich in wenigen Tagen – genau zu dem Zeitpunkt, an dem die EU ihre Vorschriften zu Pestiziden überarbeitet. [3] Bislang hat fast niemand außerhalb der Branche darauf geachtet. Das ändert sich, wenn jetzt Tausende von uns aus ganz Europa aktiv werden.
Senden wir ihnen eine Botschaft: Wir wollen kein Gift mehr in unserem Kaffee.
Referenzen:
- https://coffeewatch.org/poison-in-your-coffee/
- https://www.hrw.org/news/2025/10/10/the-eus-double-standard-on-toxic-pesticides
- https://www.ecf-coffee.org/category/whats-new/events/ ; https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/05/27/council-agrees-position-to-simplify-and-strengthen-food-and-feed-safety-requirements/
In Zusammenarbeit mit:



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