Beendet das Plastikzeitalter!

An die Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, und den Vorsitzenden des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses (INC) für Plastikverschmutzung, Botschafter Luis Vayas Valdivieso.
Appell
Wir fordern, dass die EU und der zwischenstaatliche Verhandlungsausschuss (INC) zur Plastikverschmutzung an ihrer Position festhalten und sich für einen transparenten und starken Text für das globale Plastikabkommen einsetzen – einen Text, der Folgendes beinhaltet:
- Verbindliche Obergrenzen für die weltweite Produktion von Neuplastik.
- Verbindliche globale Ziele – keine freiwilligen Zusagen.
- Regulierung des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen, vom Design bis zur Entsorgung.
- Ein Verbot schädlicher Einwegkunststoffe mit klaren Fristen für die Ausmusterung.
- Strenge Kontrollen und Ausmusterung giftiger chemischer Zusatzstoffe in Kunststoffen.
- Faire Unterstützung für Länder des Globalen Südens durch Finanzierung und Technologietransfer.
Um dieses Ziel zu erreichen, fordern wir das INC auf, sich von der Einstimmigkeit zu verabschieden und ein Zweidrittel-Mehrheitssystem einzuführen, das Fortschritte gewährleistet.
Warum das wichtig ist
Jedes Jahr gelangen 21 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Umwelt – genug, um jeden einzelnen Strand der Welt mit einer dicken Schicht Müll zu bedecken. Die Plastikflut vergiftet Böden, Ozeane und jedes Lebewesen. Wissenschaftler*innen haben Mikroplastik in unseren Lungen, Gehirnen und sogar in Plazentas gefunden. [1]
Im Jahr 2022 schlugen die Regierungsvertreter*innen der Welt ein globales Plastikabkommen vor, damit unser Planet nicht weiter an Plastik erstickt. Es sollte eines der ehrgeizigsten Umweltabkommen der Geschichte werden, das Verschmutzer zur Verantwortung zieht und den Einfluss der Kunststoffindustrie auf unsere Zukunft endlich zurückdrängt. [2]
Mitte August scheiterten jedoch die Verhandlungen in Genf. [3] Warum? Weil es der einstimmigen Zustimmung von mehr als 180 Ländern bedurfte. Ein einziges Land kann die gesamte Welt daran hindern, zu handeln.
Das muss nicht so sein. Die EU, unterstützt von mehr als 100 Ländern, hat ihre Frustration zum Ausdruck gebracht und möchte, dass dieses Abkommen vorankommt. [4] Die einzige Lösung besteht darin, die gescheiterte Einstimmigkeitsregel aufzugeben und zu Mehrheitsentscheidungen überzugehen. Wenn zwei Drittel der Länder den Planeten vor Plastik retten wollen, können die Verhandlungen vorankommen.
Derzeit prüfen die Regierungen diesen Vorschlag nach der letzten enttäuschenden Verhandlungsrunde. Jetzt ist der Zeitpunkt, um auf Veränderungen zu drängen. Eine starke Welle öffentlichen Drucks kann dazu beitragen, dass die Länder zur Mehrheitsentscheidung übergehen und ein starkes globales Plastikabkommen sichern.
Fordern Sie mit uns ein ambitioniertes Abkommen.
Referenzen:
[1] https://www.oecd.org/en/topics/plastics.html
https://www.theguardian.com/environment/2025/feb/03/levels-of-microplastics-in-human-brains-may-be-rapidly-rising-study-suggests
https://www.theguardian.com/environment/2024/feb/27/microplastics-found-every-human-placenta-tested-study-health-impact
https://www.eea.europa.eu/en/newsroom/editorial/public-exposure-to-bisphenol-a
[2] https://hactoendplasticpollution.org/
[3] https://www.climatechangenews.com/2025/08/08/as-us-joins-oil-states-in-blocking-production-cuts-un-plastics-treaty-talks-remain-deadlocked
https://apnews.com/article/plastic-pollution-treaty-negotiations-united-nations-geneva-e73090282a22be7ff5979ea2d648dc10
[4] https://www.theguardian.com/environment/2025/aug/15/plastic-pollution-talks-geneva-treaty